Christian Seidenzahl
Diplom Kunsttherapeut, Fachwirt für Sozial- und Gesundheitswesen,            Bildhauer und Maler

Theos logische Betrachtungen:


Neuanfang                                                     09.03.2021 

Du kennst meinen Namen kaum, schon gar nicht meine Geschichte. Du hast möglicherweise gehört, was ich einmal gemacht habe, doch sicher nicht, was ich durchgemacht habe. Du weißt wo ich körperlich zu finden bin, doch nicht, wo ich wirklich stehe, –und wohin mein Weg mich führen wird, davon hast Du keine Ahnung. Du siehst mein Lächeln, doch weißt du nicht, welches Unheil ich dafür gelitten habe. Urteile nicht, denn all das möglicherweise zu wissen, bedeutet nicht, mich irgendwie zu kennen. 

Ich bin müde geworden, für andere deren Wege zu gehen, für andere nachzugeben, immer wieder für andere zu lächeln, und zu oft dabei nicht ich selbst sein zu dürfen. Nun werde ich versuchen, an mich zu denken, meine Wege allein zu gehen, für mich zu kämpfen, erst einmal nur für mich da zu sein und nicht wieder nachzugeben, sondern gegebenenfalls einfach NEIN zu sagen. Darum schließe ich die Tür zu dir, nicht aus Stolz, Unfähigkeit und Arroganz, sondern weil der Weg hinter der Tür - zu dir, nirgends mehr hinführt, - er keine Zukunft hat. 

Ich musste erkennen, dass meine Vergangenheit so voll von fremder Lüge war, dann musst ich erkennen, das ich für manche Menschen viel zu viel getan hatte, und ich musste erkennen, dass es Menschen gibt, die mir mit Absicht wehtun wollten. – Dazu all diese kleinen Machtspielchen und die zwischen den Zeilen versteckt geführten Seelenkriege. – Nein, danke. Nichts mehr davon!

Jetzt erst realisierte ich, dass es das Beste war, was mir passieren konnte: Diese Menschen hinter mir zu lassen. Nachdem ich mit diesem und manchen anderen Menschen abgeschlossen hatte, merkte ich erst, wie erschöpft ich von diesen Begegnungen eigentlich bin. Und damit kam der Tag, an dem ich mich von all den Übeln und von diesen Menschen, die das verursacht haben, lösen konnte.

Ich kann nicht an den Anfang zurückgehen und diesen ändern. Ich kann nur jetzt neu anfangen und damit das Ende ändern. Und ich bedenke, die beste Beziehung wäre gewesen, in der jeder Partner den anderen mehr liebt als dass er ihn bräuchte. Also keine gegenseitige Beute und Ausbeutung, sondern als das jeweilige Geschenk des Lebens. Das wäre es. Nur dafür fehlt zu oft im Gegenseitigen die menschliche Reife im Anderen.

Einer der schönsten Momente in meinem Leben ist nun der geworden:

Der Moment, in dem ich das erkennen konnte und darum nun wieder neu anfangen kann.Das ist der Moment, ab dem ich endlich wieder selbst atme und mit mir selbst glücklich sein werde. 

Älter werdend, bedeutet dies nicht immer, auch zu wissen, was ich im Leben gerade will. Ich weiß aber zumindest, was ich in diesem Leben sicher nicht mehr will. Darum löse ich mich von dem Gedanken, immer kämpfen zu müssen. Denn was gut ist und zu mir gehört, bleibt. Was bei mir sein will, kommt freiwillig, Und was gehen will, geht sowieso. - Dann geh!

Und bedenke auch für Dich: Das letzte Hemd, es hat keine Taschen! 

Ich brauche kein „perfektes“ Leben. Das, was ich möchte, ist ein glückliches Leben. Ein Leben, in dem auch kleine Dinge zählen und wo uns die wahren Worte ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ein Leben, in dem ich der sein kann, der ich bin. Denn am Ende meines Lebens bedankt sich niemand bei mir, dass ich nicht für mich selbst gelebt haben würde. Darum mache ich es nur noch einem grundlegend recht: Mir Selbst.

Was mich nicht glücklich macht, kann weg. Es ist überflüssig – es kann abfließen – woanders hinfließen. Und - Es kann wieder fließen… 

Denn diese Erkenntnis wurde Gewissheit: Ich bin nie zu Alt, um das zu tun, was mich wirklich glücklich macht. Doch ist mein Leben viel zu kurz, um das Glücklichsein auf irgendwann zu verschieben. Darum tut mir keine Bedingung so weh, wie die, noch dort bleiben zu müssen, wo ich nicht mehr hingehöre, wo ich nichts mehr zu suchen habe, weil das zu Findende, das auf mich wartet, woanders liegt.

Ich erzwinge jetzt nichts mehr. Das, was fließt, fließt. Was in die Brüche geht, geht in die Brüche. Ich habe nur noch Raum und Energie für die Sachen, die für mich bestimmt sind und die ich ausgewählt habe.

So entsteht der Raum – und Zeitraum, in dem etwas Neues entstehen kann. 

Mein Neuanfang beinhaltet: Ich bin frei, ich kann jetzt ganz ohne Kompromisse meine eigenen Wege gehen und meine Lebenszeit für mich genießen. Darin bin ich mir selbst als lebendes Original mehr Wert, als in der Kopie eines anderen Lebensentwurfs. (Das Nachbild eines Vorbilds, wie blöd ist das denn?!) 

Glück ist, wenn ich mit mir selbst zufrieden bin und dafür nicht die Bestätigung anderer brauche.

 © C. Seidenzahl 03.2021 



Loslassen                                                                                       28.11.2020 

Die Kunst des Lassens: Zulassen – Loslassen – Durchlassen – Vorbeilassen - Weglassen – Seinlassen – All-Ein-Lassen. Lass Es sein! - Und sei keinesfalls Beute!

Wieder selbst zu Leben bedeutet: Altes loslassen obwohl ich es festhalten mochten, und aus den Fehlern lernen, die berechtigten Tränen wegzuwischen und neu zu lächeln.

Eines der größten Geschenke, die ich mir selbst machen konnte, ist, mir selbst zu vergeben. Es gilt, die Vergangenheit zu akzeptieren und die Zukunft leben zu lernen. Das mutigste, was ich je getan habe, war weiterzuleben, weiterzukämpfen, obwohl zu oft die Kraft fehlte und ich „sterben wollte“. (-So nicht weiterleben.-) Das sind die schwierigsten Aufgaben, vor die mich das Leben stellt.

Manchmal denke ich, es ist stark festzuhalten. Doch ist es das Loslassen, das die wahre Stärke zeigt.

Zu wissen, wann man loslassen kann, ist Weisheit. Es auch zu tun, ist Mut. Und wenn man dabei den Kopf oben hält, ist es Würde. Darum warte ich nicht, bis andere für mich entscheiden werden, vertraue mir selbst und treffe meine eignen Entscheidungen.

Nicht immer folgt dem Loslassen die große Freiheit, sehr oft stellt sich nur die große Ernüchterung ein. 

Darum vergesse ich nie diese drei sehr speziellen Arten von Menschen:

1.      Wer mir in schwierigen Zeiten geholfen hat.

2.      Wer mich in schwierigen Zeiten verlassen hat.

3.      Wer mich in schwierige Zeiten gebracht hat. 

Manchmal ist der graduelle Unterschied zwischen:

„Behandle andere, wie du behandelt werden möchtest“ und

„Behandle andere, wie sie dich behandeln-“ in ihrer Polarität fast deckungsgleich.

Dann ist es besser, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und gegebenenfalls nicht zu handeln.

Wenn nichts mehr sein kann, wie es war und wäre: Nichts ist, wie ich es mir wünsche und nichts sein wird, wie ich es mir erträumte. - Dann ist es Zeit, zu vergessen was war, loszu-lassen und neue Weg zu gehen. Ich werde lernen, bereit zu sein, mich von dem Leben zu lösen, das ich geplant habe, damit ich das Leben finde, das auf mich wartet.

Um auf meinem Weg weiterzukommen, sollte ich drei Dinge lernen:

1.      Loslassen, was mir wehtut.

2.      Den Mut finden, meiner tatsächlichen Leidenschaft zu folgen.

3.      Die Hoffnung zu haben, dass ich das Anstehende zum Besten wenden werde.

Manchmal gewinne ich, obwohl ich verloren habe. Manchmal muss ich etwas loslassen, um etwas Neues beginnen zu können. Manchmal merke ich erst spät, dass etwas nicht gut für mich war. Aber es ist nie zu spät für mich, das Schlechte loszulassen damit das Gute möglich werden kann. 

Loslassen bedeutet nicht, dass ich nichts habe. Es bedeutet, dass mich nichts hat.

Idealzustand? Residualzustand? Resignationszustand?

Die Hoffnung loslassen und einfach Realist zu sein… in radikalster Akzeptanz das Gewordene betrachten und aus den Scherben und anderen Bruchstücken Neues entstehen lassen.

Darum geht’s.  

© by Christian Seidenzahl November 2020 


Ich habe Zeit…           27.10.2020

Das einzige Mittel, Zeit zu haben, ist, mir für mich selbst Zeit zu nehmen. Oder:

Ich habe mir mein Leben genommen – und lebe es jetzt souverän selbst!

Darum:

Ich habe Zeit,

die Menschen zu lieben, die auch mich lieben.

Nie werde ich Dein Werturteil über mich annehmen. Das Beste, was ich jemals getan haben, war, Dich loszulassen, weil es für Dich in Ordnung war, mich zu verlieren. Wenn Du mich hasst, dann setz Dich zu den anderen Deppen, und zerstöre mit Hassen Deine Lebenszeit.

 Ich habe Zeit,

           den älteren Spuren zu folgen, eigene Gedanken zu entwickeln und eigene Spuren zu prägen.

            Das höherwertige Selbstinteresse ist mein Kompass und Weg.

Ich habe Zeit

             für jemanden, der seine Zeit mit mir teilen möchte.

Ich habe Zeit,

              für bedeutungsvolle Beziehungen, echte Freundlichkeit, und wahrhaftige Unterhaltung.

Ich habe Zeit,

              mit denen zu sprechen, die verstehen wollen, und bin denen dankbar, die mich so nehmen, 

              wie ich nun einmal bin.

Ich habe Zeit,

              für diejenigen da zu sein, die auch für mich da sind, wenn wir einander brauchen.

Ich habe Zeit,

              mein Leben zu gestalten, weil ich die Beschäftigung mit kränkenden Erinnerungen losgelassen 

              habe.

Ich habe Zeit,

              einfach nur da zu sitze, und Zeit zu haben. Zeit für Muße, Zeit für Ruhe, Zeit für Frieden…

 

Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich, wann immer möglich, Menschen um mich haben möchte,

·        die ein eigenes Gesicht haben,

·        deren Worte Bedeutsam sind,

·        in deren Beziehungen Ehrlichkeit und Loyalität zu finden ist,

·        für die ich, um meiner selbst willen, einen Wert habe. – Nicht als Nutztier!

 Jetzt ist die Zeit, mit meiner eigenen Zukunft zu beginnen!

Jetzt ist die Zeit, aus dem ganzen Dramen und Konflikten auszusteigen und mich von Menschen zu trennen welche mir nicht guttun und Chaos in meinem Leben verursachten.

Essentiell in meiner Zeit sind jetzt:

·        ein Zuhause zu haben, in dem ich willkommen bin,

·        gutes Essen auf dem Tisch, -und genug für den Tag…

·        Menschen, in deren Gesellschaft ich glücklich bin.

·        mein Leben für mich selbst zu genießen.

Ich habe erkannt, dass ich tendenziell immer das Gute im Menschen sehen wollte,  bis ich erkannte, dass ich da ein bisschen naiv war.

 Darum: Gehe ein Stück unseres Weges mit mir gemeinsam, oder gehe mir aus meinem Weg! 

© by Christian Seidenzahl Oktober 2020 


Bedeutung los sein!   22.09.2020

Wertschätzung bedeutet, dass Du für andere einen WERT hast oder Wertvoll bist: Sie haben was davon, Dich für ihre Ziele einzusetzen. Geben sie Dir auch gerechten Lohn für Deine Lebenszeit?

Wie WERTVOLL bist Du dir selbst? Was ist denn Fremdes so bedeutungsvoll, dass Du es zu deinem Lebensinhalt machst? Wie viel Lebenszeit und Lebenskraft setzt Du für Deine eigenen Lebensziele ein? Was daran lohnt sich wirklich? 

Darum: Es gibt in diesem Leben nichts Bedeutenderes, als für andere bedeutungslos zu werden, weil Dir Deine eigenen Lebenszeit zu bedeutsam ist, als dass Du sie mit den Bedeutungslosigkeiten anderer verschwendest. Wenn es für die anderen wirklich bedeutsam wäre, dann würden sie es selber machen, oder speziell dich bitten und Dir gerechten Lohn geben. 

Wirkliche Nothilfe wiederum ist ein Gebot der Menschlichkeit und hat den Sinn und Lohn in sich selbst.

Jedoch: Hüte dich vor der Verlockung, auf vorgetäuschte Not einzugehen! Wenn eine/r dir sagt, nur Du könntest helfen, ist darin schon Lüge und Verrat. Für den Anderen wird es sich sicher lohnen, für Dich eher nicht und nie. 

Das heißt dann: Kein anderer Mensch hat mehr die Macht über Dich! Kein anderer Mensch wird Dir mehr Bedeutung „geben“ oder Dir Deine Bedeutung für ihn entziehen und Dich damit emotional erpressen! 

Darum übe das NEIN. Das NEIN ist die schwierigste und gerade deshalb auch so liebevollste Antwort. Sie erfordert am meisten Abwägung, Engagement, Ehrlichkeit und Mut. 

Hör auf, Dich als Erster zu bei ihnen zu melden – und Du wirst sehen, wie viele tote Pflanzen Du die ganze Zeit begossen hast. 

Was ich in diesem Jahr gelernt habe:

Halte keine Menschen fest, die nicht bleiben wollen.

Ändere Dein Eins-Sein für nichts und niemanden.

Versuche nicht für jeden perfekt zu sein, denn jeder ist anders und denkt anders.

Du machst Dich kaputt, wenn Du zwangsläufig alles richtigmachen willst, denn recht machen kannst Du es keinem.

Perfektion ist eine tyrannische Illusion. Unerreichbar, Dich beständig mit ihrem Anspruch folternd.

Achte nicht so viel auf das Gerede der anderen, sie sind auch nicht fehlerfrei! 

Der Kluge lernt aus allem und von jedem. Der Normale lernt aus seinen Erfahrungen. Der Dumme weiß schon jetzt alles besser. 

Eines Tages wirst du zurückblicken und realisieren, dass Du Dir zu viele Sorgen über Dinge gemacht hast, die nicht wirklich von Bedeutung sind.

Dinge, mit denen Du sofort aufhören solltest:

1.       Vergangenes festhalten.                                   Was weg ist, ist weg.

2.       Veränderungen fürchten,                                  denn nur der Wandel ist stetig.

3.       Auf den perfekten Moment warten-               dann wartest Du auf den Tod. Der ist perfekt!

4.       Dir zu viele Sorgen machen.                            Sei wach und aufmerksam und lerne, auf das Eine 

                                                                                         wartend, das Andere zu tun.

5.       Dir schon vorher alles kaputt denken.            Ein zermarterter Kopf hat schmerzen!

6.       Sich ärgern.                                                         Das ärgerlichste am Ärger ist, dass man sich schadet, 

                                                                                        ohne etwas zu gewinnen. 

                                                                                        Ärger andere, wenn es wirklich sein muss

7.       Ab einem Punkt ist Geld bedeutungslos.      Es beendet das Ziel. Das Leben ist, was zählt. 

Denn Deine Seele weiß immer, was sie tun muss um sich selbst zu heilen. Die Herausforderung ist, deinen Verstand zu zähmen und die Hormone zu zügeln. 

Nun bin ich hier, um zu leben, zu wachsen und zu lieben. – Nicht, um es jedem recht zu machen, allen zu gefallen und mich dabei zu vergessen. 

So habe ich die Erinnerung an bestimmte Menschen im Raum der Begegnung wegen ihrer Bedeutungs-losigkeit in das Schließfach des Vergessens eingeschlossen und den Schlüssel weggeworfen. Menschen jedoch, die mir sehr viel bedeuten und auch sehr wichtig sind, trage ich ständig in meinem Sein. Auch darum bin ich nie einsam. 

Seitdem ich die fremde Bedeutung anderer los bin, kann ich meiner letzten Liebe begegnen: Ich bin daheim.

Jupiter lacht aus seiner Höhe über die Meineide der „Liebenden“ und lässt sie bedeutungslos im äolischen Südwind verwehen. 

Oh Mensch! 

Zunehmend lerne ich, gewissermaßen aus einer dritten Perspektive, von einem dritten Standpunkt aus, auf unsere Belange und diese Erde zu sehen. Manches wird erst so verständlich. Und große, neue Fragen tauchen auf. Darin ist nichts erschreckendes, es ist vielmehr tröstlich, vom Ganzen her die Dinge der irdischen Belange in ihrer jeweiligen Zeitlichkeit, Gleichzeitigkeit und Endlichkeit zu erkennen. Für Größenwahn ist da kein Raum. Dieser Wahn ist zu klein und verlöscht hinter dem Größeren unter dem Wahrnehmungshorizont. Gleichwohl – es ist auch das Tägliche, welches gelebt sein will und Erfüllung einfordert.

Seit Gesegnete.

Zum Segen dem Universum, dem Erdkreis, dem Leben, - auch den Menschen in Land und Stadt.

Herzlichst,

Christian Seidenzahl

© by Christian Seidenzahl September 2020