Das "Eigentliche", das Besondere in der Klosterkirche zu Kaltenkirchen
Zum Geleit:
Der geneigte Leser (m. w. d.) möge Nachsicht mit diesem Text haben, es ist der unmögliche Versuch, ein Bibliotheken füllendes Thema in eine internettaugliche Kürzestfassung zusammenzudrängen. Ich werde es dennoch versuchen, wissend, dass das Unmögliche zumindest Skizziert werden muss, um als Grundlage für den zu erschließenden Rahmen dienen zu können. Ein Versuch ist es wert.
Das Nichts…
Astronomische Betrachtungen des Seins offenbaren ein unendliches NICHTS mit einem bisschen Materie darin. Innerhalb der Materie des Universums gibt es mit Sicherheit nur einen kleinen Planeten, Nr. 3, in unserem Sonnensystem, auf und in dem sich in den letzten 4,7 Milliarden Jahren ein biologischer Stoffwechsel auf der Basis von Kohlenwasserstoff entwickeln konnte. Weiter Planeten dieser Qualität sind nicht bekannt.
Nun hat es der Evolution gefallen, innerhalb der vier verbliebenen biologischen Artengruppen nach der Kambrischen Explosion eine Spezies Raubaffen hervorzubringen, deren herausragendstes Merkmal der aufrechte Gang, der händische Gebrauch der oberen Gliedmaßen und des Gehirns ist, und sie so zu nutzen, dass sie die körperliche Determination überwinden konnten und nach der körperlichen Evolution, welche seit ca. 350.000 Jahren zu einem stagnierenden Ende gekommen zu sein scheint, eine Entität als ein ICH SELBST – in eine Seelisch-Geistige Evolution einzutreten in der Lage ist. Im gesamten Universum ist es dem Menschen gegeben, die Gattungs- und Körperdetermination zu transzendieren und zur Freiheitsfähigkeit durchzudringen. – Im Guten wie auch im Bösen. – Und darin eine qualifizierte Wahlfreiheit zu haben.
Zugleich wissen wir, dank der Erkenntnisse aus der Teilchenphysik, dass es nur einem marginalen Ungleichgewicht der Ladungen im Gravitationsfeld zu verdanken ist, dass Materie überhaupt existiert. Wären die Ladungen + und – (Plus und Minus) ausgeglichen, gäbe es nur NICHTS. Nur im kosmischen Ungleichgewicht haben wir unser labiles Gleichgewicht zu finden und zu erhalten.
Humor
Das Loch definiert sich in seinem Sein durch das Nichtsein des Materials seiner Umgebung. (Käselocht, Mauerloch, was-für ein Loch auch immer.) Wenn du die Umgebung des Nichts kennst, weißt du zumindest, dass dort wo die Umgebung nicht ist und nichts anderes ist, ein Loch ist.
Und nun die Umkehrung:
Das einzige belebte Loch im NICHT ist unsere Erde. Wir leben auf der Oberfläche der Innenfläche des Lochs im NICHTS, gefüllt mit Mineralien, Wasser und Gasen.
Nachts schauen wir in den Sternenhimmel, angefüllt mit NICHTS, nur hier und da in untauglicher Entfernung die eine und andere Sonne im weiten NICHTS. Wäre es anders, würden wir diese Sterne nicht sehen können, (Dunkle Materie) was mit jeder Nachtwolke bewiesen ist. Diese „Löcher im NICHTS“ sind Ladungsungleichgewichte. Nichts weiter. ? Doch! In jedem einigermaßen intelligentem Witz geht es um die spontane, unerwartete Auflösung einer Spannung. Ist der Witz vermittels der dem Menschen - und manchen Tieren – inhärenten Denkgesetzte erlebt, gehört die Pointe zur neuen Lebensrealität. Die Spannung ist aufgelöst. Solange Spannungsungleichgewichte bestehen, können wir Menschen auf dieser Erde in diesem Sonnensystem in diesem Universum leben – solange wir individuell leben können.
Humor ist das bewusste Erleben der Spannungsungleichgewichte und deren Auflösung.
Und jetzt schau dich an, schau dich im Spiegel an. Du bist spannend! Dein Sein sucht nach Ergänzung und findet es im Anderen oder bei entsprechender Reife, unter Nutzung seiner Freiheitsfähigkeit, in sich selbst. Das ist dann mal kosmischer Humor: Ein Ladungsungleichgewicht, welches sich in sich selbst ausgleicht.
TZI – Themenzentrierte Interaktion
Themenzentriere Interaktion in der Klosterkirche zu Kaltenkirchen ist immer, immer wieder auf den Punkt zu kommen, Zerstreuung / Ablenkung meidend. Kommunikation ist hier zugleich auch immer Kommunion. Kommunion. – Schreiben wir das doch mal richtig falsch: Com Union. Zusammenbringen, was getrennt ist.
Das Einzelwesen, den Ein-Samen, in die Gemeinschaft des Seins und durch diese Gemeinschaft in das bewusste All-Ein-Sein zu begleiten. Den Glaubenden in das sich selbst tragende Erkennen, und dadurch in das selbstwirksame aktive Leben zu begleiten, das ist Ziel und Zweck der themenzentrierten Interaktion in der Klosterkirche zu Kaltenkirchen. Und das geschieht nur auf der Basis eines erkennen wollenden freien Willens.
Warum kein Yoga
Yoga im Sine des üblichen Sprachgebrauchs ist eine mehr oder weniger spannungsgeladene und mit Bedeutungen überladene Gymnastik &/ Körperertüchtigung, um im Alltäglichen besser funktionieren zu können. OK. Das war´ s dann aber auch.
Yoga ist im spirituellen Sinne eine Ertüchtigung der seelisch-geistigen Qualität des Individuums, diszipliniert durch körperlich anstrengende Übungen zur Willensbildung.
Demnach kann ein Mensch mit einer hohen Querschnittslähmung kein Yoga machen!?!
Yoga ist Übung zur Disziplinierung des Körper-Seele-Komplexes. Hilfreich, jedoch nicht annähernd ausreichend für das hier beschriebene Zielgebiet. Du kannst es machen- kein Problem. Nur aus meiner Sicht ist es ein vermeidbarer Umweg, für denjenigen, welcher zur Mediation durchzudringen vermag. Sonst ist es hilfreich, erst eine Weile mit Yoga zu verbringen, um dann zur Mediation durchzudringen.
Was hat es mit Meditation auf sich?
Meditation beginnt, wenn du mit Yoga fertig bist. Yoga ist keine Meditation.
Mediation ist kein Haben und kein Machen. Meditation ist weder theistisch noch ontheistisch noch pantheistisch. Meditation ist. Meditation ist ein qualitativer Zustand des Seins im NUN. Das feine, unbegrenzte Zeitwort NUN in der kontinuierlichen Gegenwart im Hier und Jetzt. Jedoch nicht in der begrenzenden Flankierung von Vergangenheit und Zukunft, in welches das „Jetzt“ sich fügen muss. Vielmehr ist es die kontinuierlich fließende Gegenwart im NUN. Dies gegenwärtige NUN als eigenes Sein bewusst erlebend zu gestalten, das ist Leben in Meditation. „Flow“ - ist ein anderes Wort dafür.
Sei nun bewusst glückselig… Eigentlich ist es der gesunde Normalzustand des Menschen.
Was ist Zazen?
Sitze.
Komme in dir selbst zur Ruhe.
Löse dich zeitweilig von allen Anhaftungen, Bedeutungen und zugeschriebenen Eigenschaften.
Sei dabei, bewusst, wach, zentriert.
Beobachte; und beobachte den Beobachtenden, werde Zeuge des Seins im NUN.
Es beobachtet das Universum durch dich sich selbst, individualisiert, für deine Spanne Lebenszeit.
Nimm das Erkannte mit in deine bewusste Gegenwart und Zukunft.
Lebe jetzt und in Zukunft aus dieser Bewusstheitsqualität. Sei wach -leuchtend.
Das ist Meditation, geübt durch Zazen.
Was gibt es für Kommunion und Rituale
Die Kommunion in der Klosterkirche zu Kaltenkirchen hat keine wortklingelnden Ritualien und poetischen Sangestexte.
Wie in der zur TZI beschriebener Definition zur Com Union, geht es darum, das zusammen zu bringen, was getrennt ist. Der Gast ist eingeladen, aus dem Zustand als Einzelwesen, dem Ein-Samen, in die Gemeinschaft des Seins und durch diese Gemeinschaft in das bewusste All-Ein-Sein zu gelangen. Den Glaubenden in das sich selbst tragende Erkennen, und dadurch in das selbstwirksame aktive Leben zu begleiten, das ist Ziel und Zweck der themenzentrierten Interaktion in der Klosterkirche zu Kaltenkirchen.
Dazu nutze ich das Mittel der Kommunion im Substanzbild von Tee und Gebäck, Nüssen und Obst im begleitenden Gespräch oder im gemeinsamen Schweigen, je nach situativem Erfordernis.
Ritual ist z.B. schon die Zubereitung von Tee und das Stellen der Gebäckschale. Der Raum ist sakral und schon in sich Ritual. Kerzenlicht und ggf. Räucherwerk ergänzen. Auch der Meditationsgarten gibt dem Lauschenden, Schauenden in seiner Weise Antworten des Seins. Ihn zu gestalten und zu erhalten ist gleichfalls Ritual – ganz ohne Zuschauer und Teilnehmer. Durch seine bewusste Gestaltung „spricht“ er durch sich selbst.
Sei ganz du selbst
Löse dich zeitweilig von allen Vorstellungen und Attributen, welche das gewöhnliche Leben dir zugeeignet hat. Löse dich selbst von den körperlichen Zuordnungen bis hin zur Definition als Mann / Frau und Mensch. Werde zum Seienden, bewusst, klar, sei dein Zeuge des Selbst-Seienden.
Dann mach es wie beim Ankleiden: Nimm dir die Zuschreibungen / Attribute / Nutzungswerkzeuge für die jeweilige Situation und Rolle, wie ein Schauspieler, mach dein Ding, Spiele deine Rolle und bleibe darin innen ganz du selbst, die Rolle ausfüllend, ja, sei die Rolle ausfüllend dein eigener Zuschauer und Zeuge, wissend das du von allen diesen Rollen und Zuschreibungen verschieden bist. Dein Selbst-Sein bleibt davon tatsächlich unberührt, unbeschmutzt, wie der Lotus im Sumpf.
Der Lehrplan, das Studium Generale
In der Klosterkirche zu Kaltenkirchen besteht die Möglichkeit sich durch einen ausgewählten Literatur-Parcours zu lesen.
Chaostheorie, Physik, Astrophysik, Universum, Sonnensystem, die Erde.
Geologie, Evolution des Planeten, Evolution der Lebensformen, Evolution des Humanoiden und es Menschen,
Die Zivilisations- und Kulturentwicklung, soweit die Spuren führen, die Hochkulturen des Menschen.
Sozialpsychologie und politische Entwicklung.
Geistesgeschichte und Kunstgeschichte im Spiegel der Lebensbewältigungstrategien.
Der Durchgang vom funktionierenden Menschen zum freien Menschen auf dieser Erde und im Universum.
Das kosmische Bewusstsein in der evolutionären Oktave.
Leben als Kunst
War es in früheren und anderen Zeiten eine Kunst, alt genug zu werden um Nachkommen zu zeugen und deren Überleben bis zu deren Nachkommensfähigkeit zu erhalten, so ist es uns im „westlichen Kulturkreis“ zurzeit gegeben, das tägliche Leben selbst, künstlerisch und als Kunstwerk zu gestalten.
Kunst ist hier als vom Können abgeleitet gemeint. Die pure Erklärung genügt nicht. Auch „künstlich“ ist nicht gemein.
Eher ist es ein aktives Zurücktreten, damit Es sich im Leben und im Werk zur Erscheinung bringe kann.
Dann das zu tun und möglich zu machen, was Es erfordert, um sich vollendend realisieren zu können.
Man lebt sich hier scheinbar passiv, doch hochaktiv im Sinne des Umsetzens des Erkannten und Erforderten, damit Es der Vollendung näherkommen kann.
Es bleibt immer eine Übung im Vollenden.
Die Spuren dieses Übens mögen andere als Kunst bezeichnen, für mich sind es Spuren auf meinem Weg.
Der evolutionäre Auftrag in der Endlichkeit des Individuums
Der Astrophysiker und Philosoph Harald Lesch prägte den Satz: „Wir irren uns empor.“
Es mögen annähernd 25 bis 30 Jahre vergehen, bis ein realistisches Fundament für eigene Entwicklungsarbeit in unserem Zivilisationsgebiet erarbeitet wurde. Dann vergehen noch einmal 10 – 20 Jahre bis eigener Fortschritt fundiert vorliegt. Bis dahin sind „die Kinder“ aus dem Gröbsten raus und das wirklich selbstbestimmte Leben kann möglich werden. Wenn es denn möglich wird. Somit haben wir einen Menschen mit 30 bis 50 gelebten Lebensjahren vor uns, welcher nun endlich sich mit fundiertem Wissen und Erkennen den wesentlichen Seinsqualitäten zuwenden kann, wenn er denn will.
Ich selbst, als das individualisierte Erkenntnisorgan des Universums am Standort Erde, für meine Spanne Lebenszeit (Bzw. Restlaufzeit), diese Erkenntnisse zum Segen meiner Selbst und der mir zugänglichen Menschengemeinschaft Wirklichkeit werden zu lassen, dabei mir meiner Selbst bewusst zu sein, darin Glückseligkeit zu erfahren, das sollte für ein erfülltes Leben genügen.
Wer weiteres erkenne kann, möge es mir bald mitteilen. Danke!
Bevor wurde, was ist, bin ich. Nach dem Tod meines Körpers werde ich sein.
Zu den wunderbarsten Erlebnissen meines Seins gehört es, mich selbst als zeitloses Sein, im Körper lebend, als eine bewusste Kontinuität erleben zu dürfen. Zeitlos im Universum, zeitlich im gegenwärtigen Körper, von dessen Fristablauf als Selbst völlig unabhängig, nur limitiert durch die Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Lebens auf dieser Erde.
Mein Wissen und Erkennen haben zugenommen. Manches hatte nur zeitweilige Relevanz, manches hat Ewigkeitswert, Grundlegendes war, ist und wird immer sein.
Ich bin im Universum ein WIR und bin darin mit Allem eins. So war es, so ist es, so wird es immer sein.
So bin ich Gast auf dieser Erde und werde sein, wenn mein Körper schon lange wieder in den Stoffkreislauf des irdischen eingegangen sein wird.
Die Erfüllung
Die Klosterkirche zu Kaltenkirchen habe ich nie gewollt, eher ist es wohl so, dass ich sie gesollt bekommen habe. Mieses Karma! 😊
Mit Goethes Dr. Faust: „Da steh´ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor. …“ Was nun?
Für mein Leben habe ich genug, im Guten wie im Schlechten. Jetzt ist alles gut. Und ich habe Zeit. Und ich habe Selbstrespekt, Selbstachtung und meine Selbstwirksamkeit bewiesen. Von negativer Selbstaufgabe halte ich absolut nichts!
Ich lebe den Tag nach den von mir erkannten Regeln und horche auf die Tages- und Jahreszeiten.
Ich bin ich selbst. Und alles was ich oben geschrieben habe, bin ich auch.
Organisatorisches
Jede gute Stätte braucht ein bisschen Organisation und ein paar Regeln:
Termine nur nach Vereinbarung.
Keine Drogen, kein Alkohol und kein Nicotin.
Komme in meine Klosterkirche zu Kaltenkirchen nie mit leeren Händen (Tempelopfer), denn meine Wiedergabe ist wertvoll.
Tee und Gebäck, Nüsse etc. sind inbegriffen, jedoch nicht maßlos verfügbar. (Tempelopfer)
Bei klassischer Konsultation gilt Herzschlag für Herzschlag: Dein Stundenbruttolohn ist mein Lohn für diese Zeit, welche Du mich in Anspruch nimmst.
Bei Absagen unter 24 Stunden vor dem vereinbarten Termin wird dennoch der volle Stundensatz für die avisierte Zeit fällig. Oder du kommst nie wieder durch diese Türen.
Bringe dir bitte Hausschuhe oder dicke Socken mit.
Jeder Besucher ist für sich selbst verantwortlich. Es gilt die übliche Sicherheit und Sorgfalt eines Privathauses.
In der Klosterkirche zu Kaltenkirchen leben zwei Katzen. Allergiker sollten die warmen Jahreszeiten im Garten nutzen.
Bei Fairanstaltungen wird ein gesonderter Kostenbeitrag gefordert und bezahlt.
Kaltenkirchen, am 30.10.2026